Integriertes ländliches Entwicklungskonzept – Streutalallianz

Integriertes ländliches Entwicklungskonzept

ILEK

Den ländlichen Raum gleichzeitig als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum weiterentwickeln.

Anlass

11 Kommunen im Landkreis Rhön-Grabfeld: Bastheim, die Stadt Fladungen, Hausen, Hendungen, die Stadt Mellrichstadt, Nordheim v.d. Rhön, Oberstreu, die Stadt Ostheim v.d. Rhön, Sondheim v.d. Rhön, Stockheim und Willmars möchten sich den zukünftigen Herausforderungen gemeinsam stellen und die Kooperation unter­einander ausbauen. Ein förmlicher Zusammenschluss zur „Streutalallianz“ ist auf Grundlage des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) avisiert.

Das Konzept enthält für den Gesamtraum aktuelle Handlungsfelder und Leitprojekte sowie Entwicklungschancen und -perspektiven.  Die Erarbeitung des Konzeptes ist ein erster Baustein in der interkommunalen Zusammenarbeit. Durch die Komplexität der zukünftigen Herausforderungen, deren Wirkungskreis weit über die einzelne Kommune hinausweist, ist der interkommunale Dialog dringlicher denn je.

Die immer knapper werdenden finanziellen Mittel, sowohl bei den Kommunen als auch bei potenziellen Fördergebern, setzen mittlerweile einen interkommunalen Abstimmungsprozess voraus, in dem aufgezeigt wird, wie die wenigen Mittel möglichst nachhaltig und effektiv eingesetzt werden können. Mit der Erstellung des ILEKs wurde das Büro SCHIRMER I ARCHITEKTEN & STADTPLANER aus Würzburg zusammen mit dem Büro WGF Landschaft aus Nürnberg im Jahr 2015 beauftragt.

Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept - ILEK
Das ILEK hat zum Ziel, die kommunale Zusammenarbeit in verschiedenen Handlungsfeldern auszubauen. Hier geht es um:

  • Die gemeinsame Nutzung vorhandener Potenziale u.a. zur Erschließung von Einsparmöglichkeiten.
  • Entwicklung und Durchführung gemeindeübergreifender Projekte zur Sicherung der Daseinsvorsorge.
  • Schaffung zukunftsfähiger Netzwerke und die verstärkte Nutzung von Synergieeffekten.

Das ILEK dient auch dem zielgerichteten Einsatz der Instrumente der Ländlichen Entwicklung:

  • Integrierte Ländliche Entwicklung
  • Flurneuordnung
  • Unternehmensflurbereinigung
  • Beschleunigte Zusammenlegung
  • Freiwilliger Landtausch
  • Freiwilliger Nutzungstausch
  • Ländlicher Straßen- und Wegebau

Hintergründe / Methode

 

 

Methode
Die Methode zur Erarbeitung des ILEKs ist in drei Planungsschritte aufgeteilt, in welchen die Kommunen mit ihren Ortsteilen einmal durch den Blick von Außen, d. h. durch den Planer, und durch örtliche Fachkenntnis, d. h. durch die Verwaltung und die Bürger, betrachtet und untersucht werden. Die Potenzialanalyse dient dem Erfassen der Qualitäten und Defizite des Untersuchungsgebiets und der Herausarbeitung der Chancen und Risiken des Raums (Risiko- und Potenzialanalyse).

Die Zielfindung baut auf einer lokalen Analyse der Stärken des Raums auf. Die Zielfindung stellt die entscheidende Phase der Erarbeitung des ILEKs dar, denn hier werden die inhaltlichen Ergebnisse der Fachplaner mit den Ideen der lokalen Akteure zusammengeführt. Gleichzeitig werden die Meinungsträger der Region zusammengeführt. Die gemeinsame Zielfindung ist eine wichtige Basis für eine langfristige Tragfähigkeit der gewonnenen Ziele und Ideen.

In einem gemeindeübergreifenden Entwicklungsleitbild werden die inhaltlichen und räumlichen Ziele zusammengefasst. Diese groben Leitlinien sind die Grundlagen für die zukünftige Entwicklung des Betrachtungsraumes mit Blick auf das Allianzgebiet der Streutalallianz. In Form thematischer Strategien werden die Ziele für eine abgestimmte Entwicklung von Einzelprojekten und Maßnahmen zu den Themenbereichen Arbeiten, Wohnen, Daseinsvorsorge mit ausgewählten Vertiefungsbereichen, Landnutzung und Energie, Tourismus und Erholung sowie Ortsbild und Landschaft erarbeitet.

Im Projektkatalog sind die interkommunalen Projekte und Maßnahmen aufgeführt. Dieser Projektkatalog stellt eine Momentaufnahme aus heutiger Sicht dar und ist keineswegs abschließend. Die Entwicklung des Betrachtungsraumes weist eine hohe Dynamik auf. Bei Bedarf kann dieser durch Fortschreibung des ILEKs Rechnung getragen werden.

Kooperatives Verfahren
Der Planungsprozess ist von Grund auf kooperativ angelegt (Bottom-up-Prinzip). Sowohl in der Zielfindungsphase als auch mit der Erarbeitung der einzelnen Projekte und Maßnahmen findet eine intensive Einbindung der Bevölkerung und der maßgeblichen Akteure statt. Der Dialog mit den lokalen Entscheidungsträgern und Fachstellen sowie der Bürgerschaft erfolgt in unterschiedlichen Beteiligungsformaten:

  • Der Lenkungsgruppe als steuerndes Gremium mit den Bürgermeistern/innen der Allianz, und dem Sprecher der Allianz als Vertreter der Auftraggeber, Akteuren, Fördermittelgebern und den Fachplanern.
  • Den Workshops mit der interessierten Bürgerschaft sowie wichtigen Akteuren und Multiplikatoren.
  • Den Expertenrunden zur vertiefenden Diskussion und frühzeitigen Klärung wichtiger Fragestellungen mit Hilfe externer Referenten und Experten, den Bürgermeistern und Fachplanern.

Insbesondere mit den Expertenrunden bestand die Möglichkeit des frühzeitigen Erfahrungsaustausches auf Projektebene. Dadurch gewinnt der Projekt- und Maßnahmenkatalog im Rahmen des ILEKs an Tiefenschärfe und bildet die Grundlage zur weiteren Umsetzung durch eine Vorauswahl von wichtigen Projekten und von Starterprojekten mit Strahlkraft in der Region.

Potenzialanalyse

 

 

Landschaft und Naturraum
Die Landschaft sowie der Naturraum ändern sich von Osten nach Westen sehr deutlich. Im Osten ist eine leicht wellige, durch gute Bodenverhältnisse beförderte, intensive Agrarlandschaft vorherrschend, die nur von wenigen, größeren Waldkomplexen durchzogen wird. Richtung Westen nimmt der Mittelgebirgscharakter stetig zu. In der topographisch stärker bewegten Landschaft tritt auf den Geländerücken vermehrt Waldnutzung auf. Die flachen Hänge und die Flusstäler werden landwirtschaftlich durch Ackerbau und Grünlandanbau genutzt.

Erschließungsstruktur
Nach dem Grundsatz des Zentrale-Orte-Konzeptes ist die Versorgung der Bevölkerung unter angemessenen Erreichbarkeitsbedingungen zu gewährleisten. Gerade im ländlichen Raum ist dies jedoch problematisch und stellt diesen zukünftig vor immer größere Herausforderungen in der Sicherung und Bereitstellung von Angeboten.

Baukulturelle Highlights
Baukulturelle Highlights sind städtebauliche Dominanten, die die Stadtgestalt im Besonderen prägen und von überregionaler Bedeutung sein können. Dazu zählen insbesondere die Lichtenburg und die Kirchenburg in Ostheim, die kath. Stadtpfarrkirche St. Kilian und der Bereich am Oberen Tor mit ehemaligem Amtsschloss und Landratsamt in Mellrichstadt sowie in Fladungen das Rathaus und das Rhön-Museum.
Aber auch in den kleineren Ortschaften und im Umland lassen sich Einzeldenkmale mit besonderer Bedeutung finden. Dazu zählen u.a. die Pfarrkirche mit Klosteranlage in Wechterswinkel, die Kath. Pfarrkirche St. Andreas in Oberstreu, die Kirchenburg in Ostheim, sowie das Schloss Wolzogen in Mühlfeld.

Innenentwicklung
Grundlegend ist die Flächenentwicklung an die tatsächlichen Bedarfe anzupassen. In der kommunalen Praxis bedeutet das, in der Siedlungsentwicklung aktuelle gesellschaftliche Trends sowie ortsspezifische Gegebenheiten zu berücksichtigen. In der Region werden diese u. a. maßgeblich bestimmt durch einen gegenwärtig und auch zukünftig signifikanten Bevölkerungsrückgang, einem Wandel in der Altersstruktur, und damit eines regional unterschiedlichen aber tendenziell abnehmenden Wohnbauflächenbedarfs. Darüber hinaus erfordert eine leistungsfähige Innenentwicklung genaue Kenntnis über die innerörtlichen, zur Verfügung stehenden und entwicklungsfähigen Flächen. Im Allianzgebiet erfolgte die Erhebung der Innenentwicklungspotenzialflächen durch die Kommunen mit Hilfe der Flächenmanagement-Datenbank, einem Instrument des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). 

Medizinische Versorgung
Der demografische Wandel im Landkreis Rhön-Grabfeld zeichnet sich durch einen zukünftig weiteren Bevölkerungsrückgang von 13,6 % aus. Der Wegzug jüngerer Menschen und der höhere Anteil an älteren Menschen bedeutet eine große Herausforderung, welche strukturelle Anpassungen in vielen Bereichen erfordert. Die medizinische Versorgung durch Krankenhäuser ist im Umkreis von 50 km gut aufgestellt und durch die Autobahnanbindung kurzwegig erreichbar. Die Situation, Versorgungslage und Erreichbarkeit der Angebote in der Allianz zeichnet sich jedoch sehr unterschiedlich ab. Benachteiligt sind vor allem die Kommunen und zahlreiche Ortsteile in zunehmender Entfernung zu den Zentren Mellrichstadt und Bad Neustadt a.d. Saale. Daher ist die medizinische Versorgung ein zentrales Thema zur Sicherung der Daseinsvorsorge und der Wohnstandortqualität in der Streutalallianz.

Wirtschaft
Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft im Bereich der Streutalallianz werden durch verschiedene Faktoren wie u. a. die direkte Grenzlage zu den Bundesländern Thüringen und Hessen, die Strukturen im ländlichen Raum, den demografischen Wandel sowie durch die verkehrsräumliche Lage und die Erreichbarkeit benachbarter Zentren beeinflusst. Nicht zuletzt sind es globale Entscheidungen, welche den Ausschlag für die Zukunft eines Firmenstandortes geben.

Im Allianzgebiet stehen größeren Gewerbebetrieben mit umfassenden Arbeitsplatzangeboten im Schwerpunktbereich Mellrichstadt viele kleinere mittelständische Unternehmen gegenüber, welche sich auf das Gebiet der Streutalallianz verteilen. Für die Allianz als Standort für Wohnen und Arbeiten stellen die Angebote vor Ort einen wichtigen Standortvorteil dar. Die Analyse zeigt umfangreiche Poten­ziale mit annähernd 90 ha geplanten Flächenreserven und ca. 5 ha erschlossenen Flächen bzw. Brachen im Allianzgebiet. Diese Flächen werden über bestehende Vermarktungsportale angeboten.

Kultur und Identität / Tourismus und Naherholung
Steigende Tourismuszahlen und der anwachsende Trend deutscher Bürger, Urlaub im eigenen Land zu machen, zusammen mit dem steigenden Interesse an Naturtourismus ist Beweggrund für die gesamte Rhön, sich besser zu positionieren und sich besser zu vermarkten. In der Mitte Deutschlands gelegen und gut erreichbar, besitzt die Rhön das Potenzial eine Destination für den steigenden Wochenend-Kurzurlaub zu werden.
Vor allem die Themen Wandern und Radfahren haben dabei einen hohen Stellenwert. Auch Authentizität, zum Beispiel in Form regionaler Produkte oder kultureller Einrichtungen und Veranstaltungen, sind bei der Positionierung einer Destination von Bedeutung. Alle diese Aspekte weist die Rhön bereits auf. Doch ist ihre vernetzte Vermarktung und eine hohe Qualität der Angebote in den meisten Fällen noch nicht gegeben.

Regionalprodukte
Die Herstellung und der Verkauf von Regionalprodukten sind Strategien für Landwirte, die ihre Betriebe diversifizieren und weitere Einnahmequellen generieren wollen, um diese zukunftssicher aufzustellen.
Zudem spielen Regionalprodukte auch in der Vermarktung von Regionen eine zentrale Rolle: In der Vermarktung nach außen, um vor allem für die Region zu werben und Gäste anzulocken und in der Vermarktung nach innen, um Identifikationsmittel für Einwohner der Region zu sein.

Jugend
Das Thema Jugend und junge Erwachsene sind der Schlüssel für die Zukunft und ein Querschnittsthema, das sich in allen Handlungsfeldern wiederfindet. Deshalb muss das Thema als Querschnittsaufgabe verstanden werden und handlungsfeldübergreifend bearbeitet werden.

Kernwege
Die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft bezieht sich sowohl auf die Bewirtschaftung von Flur und Wald, als auch den bewussten Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Die Neuausrichtung des landwirtschaftlichen Wegenetzes auf die veränderten Maßgaben in der Bewirtschaftung ist von zentraler Bedeutung. Die aktuellen Rahmenbedingungen sind durch sanierungsbedürftige Wege, gemarkungsübergreifende Wegelücken, größeren Maschineneinsatz und wachsende Transportmassen, z.B. bei der Belieferung von Biogasanlagen oder Rübentransporten, gekennzeichnet.

Entwick­lungs­strategien

 

Interkommunales Entwicklungsleitbild

Das integrierte räumliche Entwicklungskonzept zeigt die grundlegenden Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Allianzgebiets...
 

Es baut auf den lokalen Prägungen und Qualitäten der Orte und der Landschaft auf und benennt übergeordnete Ziele zur

  • Bewahrung und Entwicklung der Kulturlandschaft,
  • Sicherung und Stärkung von Orten und Angeboten,
  • attraktiven Anbindung und Erschließung des Raums.

Das Entwicklungsleitbild bildet somit die Basis für eine räumlich abgestimmte zukünftige Entwicklung der Allianzkommunen. Die abstrahierten Zielformulierungen binden die aktuellen Projektvorschläge ein und ermöglichen darüber hinaus die Begründung von zukünftigen Projekten und Maßnahmen.

Das Strategiekonzept Wirtschaft und Arbeit zeigt mögliche Wege zur Sicherung und Entwicklung der Gewerbestandorte und Arbeitsplatzangebote im Allianzgebiet. Das Strategiekonzept Wohnen und Ortsbild beschreibt die Ziele für die Stabilisierung und für eine abgestimmte Entwicklung der Wohnstandorte im Allianzgebiet. Das Strategiekonzept Daseinsvorsorge beschreibt die gemeinsamen Ziele zur Sicherung und Entwicklung der Kerninfrastruktur aus den Bereichen Versorgung, Bildung, Grundversorgung, soziale Infrastruktur, technische Infrastruktur und Mobilität.

Das Strategiekonzept Kultur und Identität versucht die in der Allianz vorhandenen identitätsstiftenden Merkmale herauszuarbeiten und bewusst zu machen. Dabei wird Identität als Bedürfnis begriffen, das sich mit der Gesellschaft wandelt und um das sich jeder Einzelne und die Allianz in der Gesamtheit immer wieder aktiv bemühen muss. Ziel ist ein „Wir-sind-Streutalallianz-Gefühl“ zu entwickeln. Zum Identitätsangebot der Kommune des Streutals, auf das aufgebaut werden kann, gehören die kulturellen Bemühungen auf unterschiedlichsten Ebenen. Aber auch die Landschaft des Streutals, dessen Sehenswürdigkeiten, die Küche und die verbindende Geschichte sind gute Ansatzpunkte für die Bildung bzw. Stärkung der regionalen Identität. Die Streutalallianz hat die zukünftige Aufgabe, das Wissen um das Verbindende der Stautalallianz zu sammeln und zu vermitteln, d. h. aktiv Identitätspolitik zu betreiben.

Das Strategiekonzept Tourismus und Nah­erholung greift die unterschiedlichen Landschafts- und Freiraumqualitäten der Allianz auf und formuliert hierauf aufbauend gemeinsame Entwicklungsoptionen.
Ziel ist neben der Attraktivitätssteigerung für Bewohner und Gäste die Erfahrbarkeit der Allianz sowie die regionale Wertschöpfung insgesamt zu verbessern.

Strategiekonzept Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Klima
Die Landnutzung prägt die Kulturlandschaft von Regionen nachhaltig. Neben der Produktion von Lebensmitteln und Holz ist die Land- und Forstwirtschaft aufs Engste mit weiteren Themen verknüpft, die von der Kulturlandschaft und ihrer Tradition leben, wie der Freizeit- und Tourismussektor oder der Naturschutz. Auch Anpassungsstrategien an den Klimawandel, z. B. bei Starkregenereignissen oder zunehmender Hitze- und Trockenheit werden im Bereich der Landnutzung immer bedeutsamer. Ziel ist es, den künftigen, insbesondere gesellschaftlichen Anforderungen und Erwartungen an die Land- und Forstwirtschaft gerecht zu werden, zeitgemäße Produktionsbedingungen zu schaffen und zukunftsfähige Einkommensmöglichkeiten aufzuzeigen.

Handlungsfelder

 

Handlungsfelder / Leitprojekte

Gemeinsam entwickeln - Gemeinsam wirken
 

Gemeinsame Projektentwicklung im Rahmen des ILEK
Das ILEK ist ein langfristig ausgelegtes Konzept. Ein Konzept, das in kleinen, beständigen Schritten zu einem großen Ganzen vorangetrieben wird. Hierzu bedarf es engagierter Menschen vor Ort, die sich einzelnen Projekten annehmen und durch deren Umsetzung dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept zum Leben verhelfen.
Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Akteuren, wie z. B. Vereinen, Verbänden, Behörden und Partnern aus der Wirtschaft, sind aus dem gemeindeübergreifenden Entwicklungsleitbild und den Strategiekonzepten zahlreiche Projekte entwickelt und abgestimmt worden. Diese Projekte zeigen aus heutiger Sicht, wie eine konkrete Umsetzung der abstrakten Ziele und Strategien für das Allianzgebiet erfolgen kann.

Gemeinsame Projekte nach Handlungs- und Themenfeldern
Die Projekte sind nicht homogen. Es gibt große und umfangreiche Projekte, die nur gemeinsam, z. B. in einem interkommunalen Verbund gestemmt werden können, aber auch kleinere und kleinste Projekte, die nur durch örtliche Initiativen oder bürgerschaftliches Engagement umsetzbar sind. Die Projekte mit Bedeutung für die Allianz sind übersichtlich nach Handlungsfeldern zugeordnet, welche je nach Komplexität des Themas z. T. noch in einzelne Themenfelder untergliedert sind. Die nachfolgenden Projekt- und Maßnahmenlisten beinhalten eine Beschreibung der mit dem jeweiligen Projekt verbundenen Ziele sowie der zur Umsetzung des Projekts erforderlichen Maßnahmenbausteine. Benannt sind weiterhin die zuständigen Kommunen, mögliche Trägerschaften für das Projekt sowie Hinweise auf mögliche Förderungen.

Startprojekte
Dies sind Projekte, welche für die Entwicklung der Kommunalen Allianz kurzfristig realisiert werden können. Diese Maßnahmen sind aus der Vielzahl der Projekte besonders herausgestellt. Sie dienen der Festigung der interkommunalen Zusammenarbeit und der Schaffung von Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung. Die Starterprojekte sind im Projektkatalog gekennzeichnet.

Örtliche Projekte
Projekte, die zwar die gemeinsamen Ziele des Allianzgebiets unterstützen, aber in der Verantwortung einer jeweiligen Kommune liegen, werden als sogenannte „Örtliche Projekte“ gesondert gelistet. Sie können in der Regel durch Förderprogramme der Ländlichen Entwicklung sowie der Städtebauförderung finanziell unterstützt werden.

Handlungsfelder des ILEK Streutalallianz
Handlungsfelder des ILEK Streutalallianz

Umsetzung / weiteres Vorgehen

 

Formen der Kooperation
 

Für die Sicherung der erfolgreichen Projektumsetzung und Zielerreichung der Projektvorschläge bedarf es einer stabilen Organisationsstruktur. Um hier die Chancen für die Entwicklung wahrzunehmen, ist die Fortführung der interkommunalen Zusammenarbeit die grundlegende Voraussetzung.

Mit der Wahl der zukünftigen Kooperationsform ändert sich auch die Organisationsstruktur des ILE-Prozesses. Die Lenkungsgruppe der Bürgermeister, deren Aufgabe im Rahmen der Vorbereitungs- und Konzeptphase überwiegend die Entwicklung und Rückkopplung der Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge war, übernimmt nun v. a. eine Steuerungs- und Koordinierungsfunktion bei der Umsetzung der Einzelmaßnahmen, die von den unterschiedlichen Trägern realisiert werden.

Die Regierung von Unterfranken, das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken und das Regionalmanagement des Landkreises Rhön-Grabfeld beraten und unterstützen die Lenkungsgruppe bei der Umsetzung der Maßnahmen. Als Aufgabenfelder einer Umsetzungsbegleitung bzw. Projektkoordination werden u. a. folgende Bereiche gesehen:

  • Bündelung vorhandener Initiativen und Aktivitäten,
  • Initiierung, Koordination und Umsetzung der ILEK-Projekte,
  • Kommunikation und regionale Abstimmung der Projekte,
  • Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen und Behörden,
  • Eruierung der Fördermöglichkeiten und der Förderwürdigkeit
  • Marketing und Fundraising.